Stellfläche mit Hunderten Autos in einem Logistikterminal in Duisburg

Jeder Autohändler kennt das: Das Auto wurde gut eingekauft und gut inseriert, aber es bewegt sich nicht. Die Wochen vergehen, der Preis wird gesenkt und noch einmal gesenkt, und jeder Tag kostet Geld. Oft liegt das Problem nicht am Auto, sondern am Markt: Tausend Kilometer weiter ist genau dieses Auto gefragt.

Warum sich ein Auto, das hier steht, im Ausland verkauft

Jedes Land in Europa kauft anders. Steuern, die Umweltzonen der einzelnen Städte und die Gewohnheiten sorgen dafür, dass ein Modell, das in Spanien schwer loszuwerden ist, in einem anderen Land Abnehmer findet – und umgekehrt. Einige Fälle, die wir oft sehen:

  • Große Diesel sowie Premium-Limousinen und -Kombis, die in Spanien wegen der Einfahrbeschränkungen in den Städten an Interesse verlieren und auf anderen Märkten weiterhin Käufer finden.
  • Junge gebrauchte Hybride und Elektroautos in Regionen, in denen die Nachfrage vor Ort schwach ist.
  • Lose desselben Modells (Leasingrückläufer, Mietwagen nach Saisonende), die den heimischen Markt überschwemmen würden, wenn man sie hier auf einen Schlag verkaufte.
  • Sehr gut ausgestattete oder seltene Versionen, die in Spanien ihren Käufer nicht finden, auf einem größeren Markt aber schon.

Was ein stehendes Auto kostet

Bevor Sie über einen Export entscheiden, sollten Sie das Auto, das sich nicht verkauft, einmal durchrechnen. Es geht nicht nur um den sinkenden Preis:

  • Wertverlust. Mit jedem Monat ist das Auto etwas weniger wert, und bei Modellen mit geringer Nachfrage fällt der Wert schneller.
  • Finanzierungskosten. Ist der Bestand finanziert, kostet jeder Standtag Zinsen. Ist er es nicht, ist es gebundenes Kapital, das keine Autos kauft, die sich tatsächlich drehen.
  • Platz und Pflege. Stellfläche, Reinigung, Batterien, kleine Reparaturen, damit das Auto vorzeigbar bleibt, neue Fotos und aufgefrischte Inserate.

Rechnet man diese drei Posten zusammen, fährt man meist besser, heute etwas unter den Erwartungen zu verkaufen als in vier Monaten „zum richtigen Preis“.

Wie ein Auto für den Export bewertet wird

Für eine verbindliche Zahl braucht es nicht viel, aber es muss genau sein:

  1. Fahrzeugdaten: Marke, Modell und Version, Erstzulassung, Kilometerstand, Motor und Getriebe, Farbe und die Ausstattung, auf die es ankommt.
  2. Zustand: Fotos von außen und innen, Dellen oder Kratzer, Reifen und Bremsen sowie alle bekannten Mängel.
  3. Historie: Scheckheft, Zahl der Vorbesitzer und ob es ein Leasing-, Miet- oder Privatfahrzeug war.
  4. Unterlagen: spanische Zulassungsbescheinigung (permiso de circulación), technisches Datenblatt (ficha técnica) und, falls noch eine Finanzierung läuft, der Ablösebetrag.

Damit vergleicht der Käufer mit dem, was für dieses Auto auf seinem Markt bezahlt wird, zieht Transport und Formalitäten ab und macht sein Angebot. Je vollständiger die Daten, desto weniger Sicherheitspuffer braucht er und desto besser fällt die Zahl aus. Für ein Los geht es am schnellsten mit einer Excel-Liste, eine Zeile pro Auto.

Der Papierkram: die Exportabmeldung

Ein Auto, das in einem anderen Land zugelassen wird, muss in Spanien abgemeldet werden: Das ist die Exportabmeldung (baja por exportación) bei der spanischen Verkehrsbehörde (DGT). Für den Verkäufer zählt sie aus einem Grund: Sobald sie bearbeitet ist, haftet er in Spanien nicht mehr für das Auto. Keine Kfz-Steuer, keine Pflichtversicherung, keine Bußgelder auf seinen Namen.

Deshalb sollte sich der Käufer schriftlich verpflichten, sie zu beantragen und Ihnen den Nachweis zu schicken. Verkaufen Sie direkt an einen ausländischen Käufer, legen Sie klar fest, wer sie erledigt und bis wann.

Das Geld kassieren, bevor das Auto den Hof verlässt

Die wichtigste Regel beim Verkauf ins Ausland: Das Auto verlässt Ihr Gelände erst, wenn das Geld auf Ihrem Konto ist. Ein seriöses Angebot ist verbindlich (ein Preis pro Fahrzeug, schriftlich, ohne „das schauen wir uns an, wenn es angekommen ist“) und wird vor der Abholung per Überweisung bezahlt. Seien Sie vorsichtig bei Ratenzahlungen, Schecks und bei Käufern, die das Auto gegen eine Anzahlung mitnehmen wollen.

Und die Mehrwertsteuer?

Das hängt davon ab, an wen Sie verkaufen. Verkaufen Sie an ein spanisches Unternehmen, das anschließend exportiert, ist es für Sie ein Verkauf in Spanien, mit dem üblichen Vertrag und der üblichen Rechnung. Verkaufen Sie direkt an einen Händler in einem anderen EU-Land, kann der Verkauf als innergemeinschaftliche Lieferung ohne spanische Mehrwertsteuer laufen; dann müssen Sie aber die USt-IdNr. des Käufers prüfen und nachweisen können, dass das Auto Spanien verlassen hat. Und fällt das Auto unter die Differenzbesteuerung für Gebrauchtwaren (in Spanien REBU), ändert sich die Behandlung. Fragen Sie vor der Rechnungsstellung immer Ihren Steuerberater (gestoría).

Selbst verkaufen oder mit einem Partner?

Direkt an einen ausländischen Käufer zu verkaufen, ist sinnvoll, wenn Sie in diesem Land schon verlässliche Kontakte haben und die Sprache sprechen. Andernfalls verkauft man üblicherweise an jemanden, der das Netzwerk hat: Sie sparen sich die Käufersuche, Verhandlungen in einer fremden Sprache, die Koordination von Transport, Abmeldung und Zahlung – und das Risiko, dass tausend Kilometer entfernt etwas schiefgeht.

Haben Sie Autos oder ein Los, das sich nicht dreht? Schicken Sie uns die Liste über Bestand exportieren. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden mit einem verbindlichen Angebot.