Terminal mit Hunderten Flottenfahrzeugen, bereit für den Transport

Seit 2005 kaufen und verkaufen wir Flotten zwischen Profis in ganz Europa, in manchen Jahren gingen bis zu 6.000 Autos durch unsere Hände. In dieser Zeit haben wir Hunderte gut vorbereitete Lose gesehen, die in wenigen Tagen verkauft waren – und ebenso viele, die sich wegen Details endlos hinzogen, die sich an einem Nachmittag erledigen lassen. Dieser Ratgeber ist die Liste dessen, was wir vor einem Angebot prüfen, damit Sie sie zu Ihrem Vorteil nutzen können.

1. Die Fahrzeugliste: Grundlage jedes Angebots

Ein seriöser Käufer bewertet nicht „etwa 40 Autos“. Er bewertet eine Liste mit einer Zeile pro Fahrzeug und mindestens diesen Spalten:

  • Marke, Modell, Version und Motorisierung.
  • Fahrgestellnummer (VIN) und Kennzeichen.
  • Datum der Erstzulassung.
  • Aktueller Kilometerstand.
  • Farbe, Getriebe und relevante Ausstattung.
  • Mehrwertsteuerregelung (erklären wir weiter unten).
  • Standort und Datum, ab dem das Fahrzeug verfügbar ist.
  • Zustand: bekannte Schäden, nächste Hauptuntersuchung, Auffälligkeiten.

Damit lässt sich jedes Fahrzeug in wenigen Stunden bewerten. Ohne diese Angaben ist das Angebot eine breite, vorsichtige Spanne, weil der Käufer alles, was er nicht weiß, mit Marge absichert.

2. Ausweisbare Mehrwertsteuer oder Differenzbesteuerung: der größte Preisfaktor

Unter europäischen Profis wird der Preis eines Gebrauchtwagens immer zusammen mit seiner Mehrwertsteuerregelung gelesen:

  • Fahrzeug mit ausweisbarer Mehrwertsteuer (vom Unternehmen neu gekauft, Vorsteuer erstattet – typisch bei Autovermietern, Leasing und Firmenflotten): Es wird mit ausgewiesener Mehrwertsteuer verkauft. Für einen gewerblichen Käufer aus einem anderen EU-Land ist das eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung, er kauft zum Nettopreis. Diese Lose sind am liquidesten und erzielen die besten Preise.
  • Differenzbesteuertes Fahrzeug (in Spanien REBU): Die Mehrwertsteuer wird nicht ausgewiesen, und der Käufer kann sie nicht abziehen. Der Preis ist „brutto“, die Marge des nächsten Glieds kleiner – also sinkt das Angebot.

Ist Ihre Flotte eine Firmenflotte mit abgezogener Vorsteuer, geben Sie das von Anfang an in der Liste an. Es ist Ihr bestes Preisargument.

3. Papiere, die alles beschleunigen

Ein Los wird bezahlt und abgeholt, wenn die Papiere vollständig sind. Halten Sie pro Fahrzeug bereit:

  • Zulassungsbescheinigung und technisches Datenblatt (bzw. die Entsprechungen im jeweiligen Land: in Deutschland Teil I und II der Zulassungsbescheinigung, in Frankreich die carte grise usw.).
  • Gültige Hauptuntersuchung (in Spanien ITV) oder Datum der nächsten.
  • Wartungshistorie, auch wenn es nur die Übersicht der Flottenwerkstatt ist.
  • Zweitschlüssel. Klingt nach einem Detail, fehlt aber in mehr Losen, als Sie denken – und wird abgezogen.
  • Belastungen: Sind Fahrzeuge finanziert oder geleast, der Ablösebetrag und wer die Ablösung übernimmt.

4. Zustand und Fotos: was Nachverhandlungen verhindert

Niemand erwartet, dass eine Lieferflotte makellos ist. Erwartet wird aber, dass es bei der Abholung keine Überraschungen gibt. Ein ehrlicher Schadensbericht pro Fahrzeug mit Fotos von allen vier Seiten, dem Innenraum und dem Tacho mit Kilometerstand ermöglicht ein verbindliches Angebot, das danach nicht mehr angetastet wird. Verschwiegene Dellen bewirken nur eines: dass das Angebot nach unten nachverhandelt wird, wenn der Lkw schon vor Ihrer Tür steht.

5. Logistik: wo die Fahrzeuge stehen und wann sie abgeholt werden können

Der Käufer plant die Lkw nach Standort und Terminen. Fahrzeuge, die auf sechs Standorte verteilt und „nach Saisonende“ verfügbar sind, kosten mehr Transportaufwand als ein gebündeltes Los mit festem Datum. Wenn Sie die Fahrzeuge an ein oder zwei Orten sammeln und Abholfenster festlegen können, verbessern Sie Preis und Tempo.

Bei grenzüberschreitenden Geschäften müssen außerdem die Exportabmeldung im Herkunftsland und die neue Zulassung im Zielland koordiniert werden. Das ist Aufgabe des Käufers, braucht aber Ihre Mitwirkung mit den Papieren in den vereinbarten Fristen.

6. Wie abgeschlossen wird: Angebot, Vertrag und Zahlung

  1. Unverbindliches Angebot auf Basis der Liste, meist innerhalb weniger Tage.
  2. Besichtigung auf Ihrem Gelände – stichprobenartig oder aller Fahrzeuge, je nach Größe des Loses.
  3. Verbindliches Angebot mit Preis pro Fahrzeug und gesamt, Mehrwertsteuerbedingungen, Abholterminen und Zahlungsweise.
  4. Rahmenvertrag mit der Fahrzeugliste als Anhang und den Übergabebedingungen.
  5. Zahlung gegen Übergabe der Papiere, je nach Vereinbarung pro Los oder pro Fahrzeug. Die Fahrzeuge werden erst verladen, wenn die entsprechende Zahlung bestätigt ist.

Gleichzeitig verkaufen und erneuern

Verkaufen Sie die Flotte, weil Sie sie erneuern, planen Sie es als einen einzigen Vorgang: Abgabe der alten und Zugang der neuen Fahrzeuge, so koordiniert, dass Ihr Betrieb weiterläuft. So arbeiten wir mit Autohäusern, Autovermietern und Unternehmen mit eigener Flotte: Wir bewerten und kaufen den Bestand zurück, liefern die nächsten Fahrzeuge aus unserem europäischen Netzwerk und übernehmen Zulassung und gestaffelte Auslieferung.

Ein praktischer Tipp. Holen Sie ein Angebot ein, bevor die Flotte „stillgelegt“ wird. Ein Auto, das monatelang auf einem Hof steht, verliert an Wert und bekommt technische Probleme. Der beste Zeitpunkt zum Verkaufen ist, solange es noch fährt.
Haben Sie ein Los abzugeben oder eine Flotte zu erneuern? Nennen Sie uns Profil, Volumen und Zeitrahmen unter Europäische Flotten. Mit der Fahrzeugliste erhalten Sie in wenigen Tagen ein unverbindliches Angebot.
Fahrzeug im Bestand mit leuchtenden Rückleuchten

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