Toyota C-HR Hybrid

Autos in Europa zu kaufen, um sie in Spanien zu verkaufen, ist für einen Autohändler einer der klarsten Wege zu mehr Marge: größeres Angebot, in manchen Segmenten bessere Preise und gut ausgestattete Autos. Aber die Marge entscheidet sich vor dem Kauf, mit einer Rechnung, die mehr Posten hat, als man denkt. Das ist die Rechnung, die wir selbst machen.

Die Rechnung in einer Zeile

Marge = Preis, zu dem Sie das Auto in Spanien verkaufen − alles, was es kostet, das Auto verkaufsfertig zu machen. Klingt selbstverständlich. Der typische Fehler: Die eine Seite wird sauber gerechnet, die andere zu optimistisch.

1. Der Verkaufspreis in Spanien: die heikelste Zahl

Es ist nicht der höchste Preis, den Sie in einem Inserat gesehen haben. Es ist der Preis, zu dem ein solches Auto tatsächlich verkauft wird: dieselbe Version, dasselbe Baujahr, ähnlicher Kilometerstand und vergleichbare Ausstattung.

  • Schauen Sie sich mehrere vergleichbare Inserate in Spanien an, nicht nur eines. Sortieren Sie die aus, die nicht wirklich vergleichbar sind (andere Version, anderes Getriebe, deutlich mehr Kilometer).
  • Achten Sie darauf, wie lange sie schon online sind. Ein Preis, der seit drei Monaten inseriert ist, ist kein Verkaufspreis.
  • Ziehen Sie den Verhandlungsspielraum ab, der bei dieser Art Auto üblich ist.

2. Der Einkaufspreis, netto

Der Preis im Inserat ist der Ausgangspunkt, aber Sie müssen wissen, was er enthält. Ist der Verkäufer ein Händler und das Auto mit ausweisbarer Mehrwertsteuer, kauft ein spanischer Autohändler mit innergemeinschaftlicher USt-IdNr. es ohne die Mehrwertsteuer des Herkunftslands (steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung), und die Mehrwertsteuer wird in Spanien erklärt. Läuft es unter Differenzbesteuerung (in Spanien heißt die Regelung REBU), steckt die Mehrwertsteuer des Herkunftslands im Preis und wird nicht ausgewiesen. Die Regelung bestimmt auch, wie Sie später verkaufen – wie jedes Auto steuerlich behandelt wird, muss daher Ihr Steuerberater (gestoría) vor dem Kauf bestätigen.

3. Was Transport und Zulassung kosten

  • Transport, versichert, vom Verkäufer bis auf Ihren Hof. Die Kosten schwanken stark je nach Strecke und danach, ob der Lkw voll beladen ist.
  • Spanische Zulassungssteuer. Sie hängt von den offiziellen CO2-Emissionen (WLTP) ab und wird auf den steuerlichen Wert berechnet, den das spanische Finanzamt mit seinen Tabellen nach dem Alter des Autos festlegt – nicht auf das, was Sie bezahlt haben. Das ist der Posten, der die meiste Marge frisst, wenn er falsch berechnet wird: Rutscht das Auto in die nächste CO2-Stufe, steigt der Steuersatz um fünf Prozentpunkte.
  • ITV vor der Zulassung und Homologation. Mit Übereinstimmungsbescheinigung (COC) reine Formsache. Ohne sie mehr Zeit und höhere Kosten.
  • DGT-Gebühren, Kennzeichen und Zulassungsdienst. Einzeln wenig; zusammen nicht mehr ganz so wenig.

4. Was es kostet, das Auto verkaufsfertig zu machen

  • Aufbereitung: gründliche Reinigung, kleine Karosseriearbeiten, Reifen und fällige Wartung.
  • Gewährleistung, die Sie dem Kunden geben, und was sie Sie im Schnitt pro Auto kostet.
  • Standtage. Ein Auto, das lange zum Verkauf steht, verursacht Finanzierungskosten und belegt Platz. Rechnen Sie mit den Tagen, die Sie für diese Art Auto tatsächlich brauchen, nicht mit dem besten Fall.

Ein Rechenbeispiel

Mit runden, erfundenen Zahlen, ohne Mehrwertsteuer, nur um den Aufbau der Rechnung zu zeigen. Ein Auto mit 150 g/km CO2 (Stufe 4,75 %):

PostenBetrag
Realistischer Verkaufspreis in Spanien32.000 €
Netto-Einkaufspreis− 23.500 €
Transport− 700 €
Zulassungssteuer− 1.100 €
ITV, Gebühren, Kennzeichen und Zulassungsdienst− 450 €
Aufbereitung und Gewährleistung− 900 €
Kosten für 45 Standtage− 250 €
Marge5.100 €

Ändern Sie jetzt nur eine Sache: Laut Fahrzeugpapieren hat das Auto 163 g/km, nicht die 150 aus dem Inserat. Es rutscht in die Stufe 9,75 %, die Steuer steigt auf mehr als das Doppelte, und die Marge sinkt um über 1.100 €, ohne dass sich am Auto etwas geändert hat. Dasselbe passiert, wenn es 120 statt 45 Tage bis zum Verkauf braucht.

Wo die Marge verloren geht

  • Den CO2-Wert aus dem Inserat verwenden statt den aus den Fahrzeugpapieren.
  • Den Verkaufspreis vom teuersten Inserat ableiten statt von den Vergleichsautos, die sich tatsächlich verkaufen.
  • Standtage und Gewährleistung nicht einrechnen.
  • Ein Auto ohne COC oder ohne vollständige Unterlagen kaufen, das dann Wochen länger bis zur Zulassung braucht.
  • Kaufen, ohne dass jemand das Auto gesehen hat: die Reparaturen, die auf den Fotos nicht zu sehen sind.

Auto für Auto oder mit einem Werkzeug

Diese Rechnung lässt sich in einer Tabellenkalkulation machen, und für ein paar Autos im Monat funktioniert das. Das Problem kommt mit dem Volumen: Hunderte Inserate aus mehreren Ländern vergleichen, jedes mit seiner Mehrwertsteuerregelung, seinen Emissionen und seinem Transport, und die Rechnung jedes Mal neu machen, wenn sich ein Preis ändert. Dafür gibt es das Händler-Panel, das Werkzeug, mit dem wir selbst einkaufen: Es sucht auf Portalen in 14 Ländern und zeigt bei jedem Inserat den Endpreis in Spanien und die Marge.

Richtwerte. Steuersätze, die Tabellen des Finanzamts und die Kosten ändern sich, und jedes Auto ist anders. In Steuerfragen hat Ihr Steuerberater das letzte Wort.