Auf den europäischen Portalen gibt es viel mehr Autos als auf den spanischen – das ist Vorteil und Risiko zugleich: Zwischen Tausenden guten Inseraten finden sich Autos mit geschönter Historie, Preise, die nicht enthalten, wonach sie aussehen, und manchmal Inserate für Autos, die es gar nicht gibt. Das ist die Liste, die wir durchgehen, bevor wir einem Kunden ein Auto vorschlagen.
1. Wer verkauft
- Händler oder Privatperson. Ein Autohaus mit langjähriger Geschäftstätigkeit, fester Adresse und Bewertungen auf dem Portal bietet mehr Sicherheit: Rechnung, gesetzliche Gewährleistung und vollständige Unterlagen. Auch bei einem Privatverkäufer kann man gut kaufen, aber Bezahlung, Prüfung und Abholung sind heikler.
- Ob es ihn wirklich gibt. Suchen Sie die Adresse auf einer Karte und prüfen Sie, ob der Firmenname mit dem auf der Website und mit dem Inhaber des Kontos übereinstimmt, auf das Sie zahlen würden. In Deutschland muss die Firmenwebsite ein „Impressum“ mit den Firmendaten haben.
- Wie er antwortet. Ein seriöser Verkäufer beantwortet konkrete Fragen (Fahrgestellnummer, das Foto eines Details, die Rechnungen) ohne Eile und ohne Druck.
2. Der Preis: was er enthält und was nicht
- Mehrwertsteuer. In Deutschland bedeutet „MwSt. ausweisbar“, dass die Mehrwertsteuer ausgewiesen und abziehbar ist – das nützt nur einem Unternehmen mit innergemeinschaftlicher USt-IdNr. „Differenzbesteuert“ oder „MwSt. nicht ausweisbar“ bedeutet Differenzbesteuerung. Für Privatkäufer zählt der Preis im Inserat, Mehrwertsteuer inklusive.
- „Netto“- oder „Export“-Preis. Manche Inserate zeigen einen Preis, den Sie am Ende nicht zahlen. Lassen Sie sich den Endpreis immer schriftlich geben.
- Zu billig. Liegt ein Auto weit unter vergleichbaren Angeboten, hat das einen Grund. Manchmal einen guten (ein Verkäufer, der es eilig hat); fast immer nicht.
- Der Preis im Inserat ist nicht der Preis in Spanien. Es fehlen Transport, spanische Zulassungssteuer, ITV (die spanische Hauptuntersuchung), Gebühren und Kennzeichen. Vergleichen Sie Autos danach, was sie zugelassen kosten, nicht nach dem Inserat.
3. Kilometerstand und Historie
Der manipulierte Tacho ist nach wie vor der häufigste Betrug bei Gebrauchtwagen in Europa. So kommen Sie ihm auf die Spur:
- Scheckheft und Rechnungen mit Daten und Kilometerständen, die logisch ansteigen. Viele Marken führen die Historie inzwischen digital: Bitten Sie den Verkäufer um eine Kopie.
- Prüfberichte der Hauptuntersuchung. In Deutschland halten die Berichte von TÜV oder DEKRA den Kilometerstand jeder Untersuchung fest. In Belgien muss der Verkäufer den Car-Pass übergeben, mit der Kilometerhistorie des Autos.
- Stimmiger Verschleiß. Ein abgegriffenes Lenkrad, ein abgenutzter Schaltknauf, abgelaufene Pedale und ein durchgesessener Fahrersitz passen nicht zu 40.000 km.
- Unfälle. „Unfallfrei“ ist eine Angabe des Verkäufers: Lassen Sie sie in den Vertrag schreiben. Farbunterschiede zwischen Teilen oder ungleichmäßige Spaltmaße deuten auf eine Reparatur hin.
4. Die Unterlagen, die vorhanden sein müssen
- Die vollständige Zulassungsbescheinigung. In Deutschland besteht sie aus zwei Teilen (Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II); ohne Teil II kann das Auto in Spanien nicht zugelassen werden.
- Die Übereinstimmungsbescheinigung (COC). Mit europäischem COC ist die Homologation in Spanien reine Formsache. Ohne COC kostet sie Zeit und Geld.
- Die Fahrgestellnummer (FIN). Verlangen Sie sie als Allererstes. Sie muss am Auto, in der Zulassungsbescheinigung und auf den Rechnungen übereinstimmen.
- Die offiziellen CO2-Emissionen (WLTP). Sie bestimmen die Zulassungssteuer in Spanien. Übernehmen Sie den Wert aus den Fahrzeugpapieren, nicht aus dem Inserat.
5. Anzeichen für ein gefälschtes Inserat
- Ein sehr niedriger Preis und ein Verkäufer, der „gerade im Ausland ist“ oder das Auto „im Lager einer Spedition“ stehen hat.
- Zeitdruck: „Es gibt noch einen Interessenten“, „nur noch heute“.
- Vorauszahlung auf ein Konto, das auf eine Privatperson läuft oder in einem anderen Land als dem des Verkäufers geführt wird, oder über Zahlungswege, bei denen das Geld nicht zurückzuholen ist.
- Die Weigerung, jemanden das Auto persönlich ansehen zu lassen oder die Fahrgestellnummer zu nennen.
- Fotos, die auch in anderen Inseraten auftauchen (prüfen Sie das mit einer Bildersuche).
Jedes dieser Anzeichen reicht, um die Sache abzubrechen.
6. Das Auto vor der Zahlung persönlich ansehen
Fotos zeigen weder ein Geräusch im Getriebe noch eine launische Elektronik. Bevor Sie zahlen, muss sich jemand Ihres Vertrauens das Auto ansehen: Technik, Karosserie, Elektronik, Kilometerstand und ob die Fahrgestellnummer mit den Papieren übereinstimmt. Wenn Sie nicht selbst hinfahren können: Gutachter gibt es in jedem Land – es ist das am besten angelegte Geld des ganzen Kaufs.
In der Autosuche finden Sie Autos europäischer Händler mit dem Endpreis in Spanien. Und wenn Sie ein Inserat gesehen haben, das Ihnen gefällt, schicken Sie es uns über Importieren – wir prüfen es für Sie.


